Fahrgastdampfer Jülke
Erbauer
Erbauer: Gerhard Wicke
Etwas Geschichtliches
„Jühlke“, postum benannt nach den Afrikaforscher und Mitbegründer der Deutsch-Ostafrikanischen-Gesellschaft (DOAG).
Der Aufstand der ostafrikanischen Küstenbevölkerung in den Jahren 1888-1890 (Araber-Aufstand) war eine Widerstandsbewegung gegen den Versuch der DOAG, ihre Herrschaft über den zu Sansibar gehörenden Küstenstreifen des heutigen Tansania auszuweiten.
Am 22.01.1888 wurde der „Jühlke“ von der Kaiserlichen Marine übernommen, mit einer Revolverkanone ausgerüstet und gegen den Aufstand eingesetzt.
Im Herbst 1889 wurde er an die Wissmann-Flotte als Ersatz des „Vulkan“ vermietet.
1891 ging der Dampfer wieder an die DOAG. An eine eigene Schifffahrtslinie der Gesellschaft war angesichts ihrer begrenzten finanziellen Verhältnisse nicht zu denken. Immerhin startete sie zwischenzeitlich den Versuch einer regionalen „ostafrikanischen Dampferpolitik“, doch Erfolg war ihr dabei nicht beschieden. Dies verwundert kaum, bestand doch die „Ostafrika-Flotte“ der DOAG einzig aus dem kleinen Dampfer „Jühlke“, der, so Oskar Baumann, bei „gutem Wetter die Reise von Sansibar zu den Küstenplätzen machen kann.“
So existierte zu DOAG-Zeiten nur zwischen Kilwa, Kinvindje und Lindi ein halbwegs regelmäßiger Schiffsverkehr, und alle vier Wochen machte ein Dampfer der britischen Ostindien-Linie an der Suaheli-Küste Station.
Bau des Dampfers „Jühlke“ in 1:30
Vielen Hinweisen für den Nachbau des „Jühlke“ konnte ich nachgehen, aber die im Werbe-Prospekt der Holtz-Werft abgebildete Zeichnung ist das bislang einzige vorhandene Bild das ich finden konnte.
De Abmessungen sind wie folgt:
Daten
| Daten | Original | Modell |
| Maßstab | 1:1 | 1: |
| Länge | 15 m | 50 cm |
| Breite | 3,2 m | 11 cm |
| Tiefgang | 0,9 m | 3 cm |
| Verdrängung | 15 t | 720 g |
Rumpfbau
Zuerst wurden die zehn Spanten aus 5,00 mm Pappelsperrholz ausgeschnitten und wie üblich über Kopf auf einem Montagebrett ausgerichtet und verklebt. Sie blieben diesmal massiv und stellen lediglich das Mallgerüst dar. Die Räume dazwischen wurden mit Styrodur ausgefüllt und es entstand so ein Kern für die weiteren Arbeiten. Da hier auch wieder mit einem geringen Gewicht des Modells zu rechnen ist, erfolgte die Beplankung aus 2,00 mm starken Balsa-Leisten. Zur Isolierung gegen das Ankleben an den Kern wurde Gewebeband aufgebracht.
Bevor die letzten Planken angebracht werden konnten, wurde der Kiel mit seinen beiden Steven, bestehend aus 1,00 mm FR-4, mittels Messingstab fixiert und gerade gehalten.
Hilfsdeck und Schanzkleid
Nach getaner Arbeit wurde das Hilfsdeck angebracht und der Rumpf damit verspachtelt und verschliffen.
Für die Aufnahme des Schanzkleides (Seite 0,8 mm, Heck 0,4 mm Flugzeugsperrholz) musste zuerst eine passende Nut gefräst werden, bevor es montiert werden konnte. Den Abschluss bildet eine bereits gebohrte Messing U-Profilleiste zur Aufnahme der Relingstützen.
Scheuerleiste bzw. Wallschiene
Sie besteht aus drei 3,00 x 1,00 mm Leisten die nach dem wässern über Nacht am Rumpf zum Trocknen fixiert wurden. Auf einem ebenen Brett wurden sie zusammengeklebt und später mittels Montageklötzchen am Rumpf befestigt.
AufbautenDie verschiedenen Teile zeigt das untenstehende Foto.
Maschinenraum und Kesselhaus
Der Schornstein besteht aus Alurohr einer Zigarrenhülse. Das Oberlicht erhielt verglaste Messingbullaugen. Die vier Lüfter mussten verlängert werden, da die vorhandenen zu kurz waren. Außen sind sie safrangelb und innen rot lackiert.
Inventarien-Raum
Er ist am Heck und bietet sich geradezu für die Unterbringung des Ein/Aus-Schalters der RC-Anlage an. Dieser ist auf dem Deck montiert und ist dort leicht zu bedienen und ohne Probleme zugänglich. Die notwendigen Kabel waren schnell verlegt.
Masten
Sie wurden aus Birne nach bekannter Manier hergestellt. Die Masten mussten wegen ihrer Höhe wieder abnehmbar gemacht werden. Messinghülsen im Deck dienen als Mastfischungen. Direkt am Großmast wurde die Belegbank mit Koffee-Nägeln angebracht. Die auf dem Foto noch vorhandene Klampe am Flaggenmast wurde durch eine kleine Belegbank mit einem Koffee-Nagel ersetzt,
Rigg
Es ist nicht sonderlich umfangreich, und stellte keine wesentlichen Probleme dar. Da einige Taue durch und über das Sonnensegel laufen, musste es für die Montage auf dem Schiff verbleiben.
Endspurt
Die Fotos zeigen die letzten Feinheiten an Bord.
Der Schiffstaufe steht nunmehr nichts mehr im Wege.
Der Bau hat auch hier wieder viel Spaß gemacht Das Modell gefällt mir sehr gut und ist ein richtig schönes „Dampferchen“.

















