Seitenraddampfer "Dove"
Erbauer
Erbauer: Gerhard Wicke
Geschichte
Die „Dove“ wurde 1892 von Yarrow & Co mit extrem geringem Tiefgang für den Einsatz auf dem unteren Shire-Fluss zwischen Nyassa-See und Matope gebaut. Sie wurde an Bord des Dampfers „Borrowdale“ zum Sambesi transportiert. Wegen ihrer kurzen Länge und relativ großen seitlichen Schaufelräder und damit ihrer Bewegungsweise nannten die einheimischen Afrikaner sie „Chikapa“, ein Wort, das die kreisende Bewegung des Gesäßes beim Tanzen beschreibt.
Die „Dove“ zog nach Fertigstellung des Rumpfes des „Hermann von Wissmann“ diesen von Mpimbi nach Port Maguire am Südende des Nyassa-Sees.
Nach 1900 wurde sie als Regierungstransporter eingesetzt und fuhr gelegentlich in den See. Sie wurde 1946 verkauft, demontiert und ihr Rumpf als Lastkahn und bis 1959 als Fähre auf dem Liwonde-Fluss verwendet.
Daten
| Daten | Original | Modell |
| Maßstab | 1:1 | 1:30 |
| Länge | 19,81 m | 66 cm |
| Breite | 4,27 m | 14,25 cm |
| Tiefgang | 0,30 m | 1 cm |
| Verdrängung | 20-25 t | 1,1 kg |
Rumpfbau
Zuerst wurden die fünfzehn Spanten und die beiden Steven aus 3,00 mm Pappelsperrholz ausgeschnitten und wie üblich über Kopf auf ein Montagebrett ausgerichtet und verklebt. Dieses Mal waren sie innen ausgesägt, da sie stehen bleiben sollen. Die Bug- und Heck-Partie wurde teilweise mit Balsaholzleisten als Füllungen versehen und als Beplankung 0,4 mm wasserfest verleimtes Flugzeugsperrholz verwendet. Laminiert wurde mit 49 g Glasgewebematte.
Über den weiteren Verlauf des Rumpfbaus möchte ich nicht weiter schreiben, um den Leser nicht zu langweilen. Ich verweise auf einige Fotos vom Bau.
Mein Hauptaugenmerk sollen die Antriebstechnik und der Bau der beiden Schaufelräder aufzeigen, denn ich glaube, hier den interessanteren Teil zu beschreiben.
Antriebstechnik
Bevor mit der Antriebstechnik der Räder begonnen werden konnte, musste ich mir erst einmal Gedanken über eine praktikable, und vor allem, leichte Lösung machen.Die Befestigung des Getriebemotors ist mit einem Langloch versehen, um den Zahnflachriemen spannen zu können. Die Bohrungen der beiden Scheiben musste auf 3,0 mm aufgebohrt und M2er Gewinde für die Madenschrauben hineingeschnitten werden.
Schaufelräder
Die ersten drei Versuche der Herstellung der Seitenräder gingen völlig daneben, bis ich auf folgende Lösung kam.
Foto 1
Ein 5,00 mm starkem Alu-Blech diente als Schablone zum Biegen der Radkränze und der Montage der Speichen. Eine passende kreisförmige Nut wurde so gedreht, dass der Radkranz hineingelegt werden konnte. Außerhalb davon kamen acht Löcher mit Haltestiften zum Fixieren der Speichen, ebenso mittig eine Aufnahme für die Radnabe (liegt schon mal drin).
Foto 2
Das 2,0 x 1,0 mm Flachprofil wurde ausgeglüht, vorgebogen, in die Nut eingepasst und an den Enden hart verlötet.
Foto 3 – 6a
Die flachen U-Profile der Speichen erhielten 1,6 mm Bohrung und wurden für das Löten mit den Haltestiften fixiert und an dem Radkranz und der Nabe verlötet. Als die Radsterne soweit fertig waren, wurden sie mal auf die Antriebswelle des Modells gesteckt. Hier konnte ich weitersehen und die noch erforderlichen Maßen abnehmen (Foto 6a).
Foto 7-11
Um einen gleichmäßigen Abstand der Räder zu erhalten, fertigte ich mir eine Distanz- und Montage-Vorrichtung an. Die acht Schaufelblätter lötete ich weich an die Speichen.
Foto 12
Fertige Räder, darunter diagonale Verstrebungen, Sie kamen ganz zum Schluss dran.
Foto 13
Montage der diagonalen Verstrebungen. Auf der Arbeitsplatte das Messingblech als Biegeschablone der Verstrebungen.
Foto 14
Probemontage am Schiff
Foto 15, 16
Fertig lackierte Schaufelräder. Am Schiff montiert.
Schlussworte
Der Nachbau der „Dove“ brachte einige Überraschungen, aber auch neue Herausforderungen mit sich, die sich doch alle irgendwie lösen ließen. Nur schön, dass man gute Modellbaufreunde hat, die einem mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Ob dies mein letztes Modell sein wird, wird die Zukunft zeigen.




























